Vitamin B6

Ein echter Tausendsassa

 

Viele bezeichnen das Vitamin B 6 als wahren „Stoffwechsel-Experten“. Wie erwähnt ist es für den Aminosäure-Stoffwechsel von Bedeutung. Aber es arbeitet auch für das Blut und den Blutkreislauf. So ist es an der Hämoglobin-Bildung (der Proteinkomplex also, der in den roten Blutkörperchen Sauerstoff bindet und ihnen ihre rote Farbe verleiht; deshalb wird er auch „roter Blutfarbstoff“ genannt.) beteiligt.Zudem wirkt es der Arteriosklerose entgegen, bewahrt damit die Adern vor schädlichen Anlagerungen und hilft, das Blut im guten Fluss zu halten.

 

Zweiter Wirkungsbereich ist das Nervensystem, dessen Arbeit das Vitamin B 6 unterstützt. Zudem hilft es dem Körper, aus Kohlenhydraten Energie zu gewinnen, und ist auch am Fettstoffwechsel beteiligt. Ganz wichtig ist das Vitamin B 6 auch für den Immunschutz und im Kampf gegen Allergien. Über hundert enzymatische Reaktionen sind inzwischen bekannt, an denen das „Pyridoxalphosphat“ beteiligt ist. Beispiele sind hier die Synthese von Niacin, von Adrenalin, von Kollagen, von Dopamin und vielen anderen für den menschlichen Körper wichtigen Stoffen.

 

Wie wirkt Vitamin B 6 gegen Homocystein?

 

Nicht alles, was der menschliche Körper macht, ist wirklich hilfreich. So fällt zum Beispiel bei routinemäßigen Stoffwechselprozessen das Homocystein an. Es ist nicht nur Indikator für viele schwerwiegende Krankheiten, es kann auch Auslöser vieler solcher Krankheiten sein. Dieses oft auch als „Zellgift“ bezeichnete Homocystein gilt mit als Ursache für Alzheimer, Herzinfarkt, Schlaganfälle, Darmkrankheiten und diverse Augenleiden.

 

Auch für die Bildung von Tumoren soll es mitverantwortlich sein. Schon aus Selbstschutz heraus will der menschliche Körper das Homocystein loswerden. Hierfür braucht es vor allem das Vitamin B 6, aber auch Folsäure und das Vitamin B 12.

 

Wie zeigt sich ein Vitamin-B 6-Mangel?

 

Ein Mangel an Vitamin B 6 kann eigentlich nicht auftreten, so das Fazit der medizinischen Literatur. Immerhin könne es über zahllose Lebensmittel aufgenommen werden. Allerdings gibt es da auch Ausnahmen: Alkoholabhängigkeit, bestimmte Medikamente, Verdauungsstörungen oder auch regelmäßige Diäten können den B 6-Haushalt durcheinander bringen.

 

Und gerade auch Vegetariern und Veganern wird die Kontrolle dieses B 6-Haushaltes dringend empfohlen, weil sich gerade bei ihnen ein Mangel einstellen kann. Der Vitamin-B 6-Mangel zeigt sich zunächst durch Hautausschläge und Hautschuppung. Appetitverlust, Stimmungsschwankungen, Durchfall, Erbrechen, Schlafstörungen, Degeneration der Nerven, Reizbarkeit und Blutarmut können die Folgen sein.

Wie viel Vitamin B 6 braucht man?

 

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-b6/) empfiehlt Männern 1,4 bis 1,6 Milligramm pro Tag. Bei Frauen liegt der Wert bei 1,2 Milligramm pro Tag. Schwangeren und stillenden Frauen werden 1,9 Milligramm angeraten.

 

Ganz wichtig: Je mehr Proteine ich zu mir nehme, umso höher liegt mein B 6-Bedarf! Forscher haben die Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung umgerechnet: 200 Gramm Avocado und 150 Gramm Apfel bringen dem Körper 1,2 Milligramm Vitamin B 6. Mit gehackten und gerösteten Walnüssen, ein paar Blättern Chicorée wird da ein schöner Salat draus. Für das Dressing Zitronensaft, Apfelsaft, Honig, Senf und Walnussöl mischen, mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken.

 

Alternativ kann man aus Avocado und Apfel auch einen Tartar machen, in dem man beides klein würfelt, mit Schalotten, Ingwer und Chili mischt. Das Dressing wird aus Limettensaft, Olivenöl und Balsamico gerührt. Eine wahre Gesundheitsbombe!

 

Einnahmedauer & Menge – Was passiert bei zu viel Vitamin B 6?

 

Überdosierungen treten der Wissenschaft nach erst ab 500 Milligramm pro Tag auf. Dennoch empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung in Anlehnung an das Scientific Committee on Food einen UL (Tolerable Upper Intake Level) von 25 Milligramm pro Tag.

 

Mit dem UL-Wert wird die wahrscheinlich unbedenkliche tägliche Zufuhrmenge oder die so genannte tolerierbare höchste tägliche Zufuhrmenge ausgedrückt.

 

„Sowohl in Humanstudien, als auch im Tierexperiment ist ein kausaler Zusammenhang zwischen höherer Vitamin B6-Zufuhr und der Entstehung von Neuropathien beziehungsweise neurotoxischer Effekte begründbar, wobei neben der Höhe der Dosis auch die Einnahmedauer von besonderer Bedeutung zu sein scheint“, stellt das Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit fest.

 

Diese Nervenstörungen verursachen Schmerzen beim Gehen. Auch von erhöhter Lichtempfindlichkeit ist die Rede. Hinzu kommt die Gefahr von Hautausschlägen.

Studien zu Vitamin B6

1. Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, Nationale Verzehrsstudie II, Teil 2: Die bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen, 2008

2. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Als gesundheitsschädlich eingestufte Vitamin B6-Gehalte in Nahrungsergänzungsmitteln – Untersuchungsergebnisse 2015

3. Bechthold A, Albrecht V, Leschik-Bonnet E, Heseker H: Statement: Evaluation of vitamin supplies in Germany, Data on vitamin intake, 2012