MSM

MSM – Methylsulfonylmethan

 

Es wird Pferden verabreicht, um sie leistungsstark zu halten. Und viele Sportler schwören darauf – wohl aus den gleichen Gründen. „MSM“ ist aber vor allem ein wichtiges Nahrungsergänzungsmittel für alle, die sich ihre Gesundheit erhalten wollen. Denn Schwefel braucht der menschliche Körper. Und das für vielerlei Prozesse.

 

Das ist eine Erkenntnis, die gar nicht so neu ist. Dass Schwefel bei der Wundheilung und der Regeneration der Gelenke helfen kann, ist seit mehr als 2000 Jahren bekannt. Schwefelhaltige Bäder und Bäderkuren sind dafür der Beweis. Und so manches Heilbad hat seinen Ruf nur seinen schwefelhaltigen Quellen zu verdanken.

 

MSM ist ein essentielles Nahrungsergänzungsmittel

 

Natürlich kennen die heutigen Mediziner und Wissenschaftler die Zusammenhänge genauer. Und so können wir den notwendigen Schwefel unserem Körper direkter und angenehmer anbieten und müssen hierfür nicht mehr in ein schweflig-stinkendes Bad steigen.

 

Wofür brauchen wir Schwefel?

 

Auch wenn es nur 150 Gramm sind, die der Schwefel im menschlichen Körper ausmacht, so hat er doch entscheidenden Anteil daran, dass „die menschliche Maschinerie“ laufen kann. Hormone, Enzyme und Proteine werden durch den Anteil des Schwefels beeinflusst.
Schwefel ist am Aufbau des Kollagens beteiligt: Haut, Haare und Fingernägel, Knochen und Knorpel sind besonders gesund und kräftig, wenn ausreichend Schwefel im Angebot ist.

 

Auch bei der Keratin-Produktion braucht es Schwefel. Fingernägel bestehen zu 98 Prozent aus Keratin. Was das bedeutet, erschließt sich von selbst. Die Vitamine C, B1 und B7 brauchen Schwefel, um aktiviert zu werden. Aminosäuren (wie Cystein und Methionin) enthalten Schwefel. Gleiches gilt für das Immunglobulin M, das im Immunsystem gebildet wird. Und auch der menschliche Eiweißstoffwechsel würde ohne den Schwefel nicht funktionieren. Dabei wird der Schwefel im menschlichen Körper in Form von Methylsulfonylmethan („MSM“) bereitgehalten.

 

Was macht das MSM?

 

Nicht nur Frank Liebke (Allgemeinmediziner und Buch-Autor) unterstreicht die Wirkung von MSM als allgemeines und nebenwirkungsfreies Schmerzmittel. MSM liefert „bioaktiven Schwefel“ und wirkt damit schmerzlindernd, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und gefäßentspannend. Es lässt die Muskeln regenerieren, hemmt das Wachstum der Bakterien und soll auch freie Radikale unschädlich machen.

 

Diverse Studien (doppelblind und randomisiert) haben zudem erwiesen, dass MSM bei Arthrose die Schmerzen lindern und die Beweglichkeit wieder verbessern kann. Wichtig dabei: Das MSM muss regelmäßig genommen werden. Die richtigen Erfolge stellen sich dann nach rund drei Monaten ein, so der Tenor der Studien. Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken, Rötungen und Hitzeempfindungen können durch MSM reduziert werden.

 

Es gibt sogar Erkenntnisse, dass durch Methylsulfonylmethan Degenerationen in Folge von Arthrose oder Rheuma abgebremst werden können. Andere empfehlen MSM auch nach Sportverletzungen oder anders hervorgerufenen Muskelschmerzen. Eine andere Eigenschaft des MSM schafft Linderung auch bei Migräne: Der Schwefel sorgt nämlich in den Zellen dafür, dass die Zellmembranen mehr Nährstoffe durchlassen, wodurch die Zellen wiederum besser versorgt werden. Vitamine und Mineralien kommen dahin, wo sie gebraucht werden.

 

Zusammenfassung

 

MSM (Methylsulfonylmethan) ist ein nebenwirkungsfreies Schmerzmittel und wirkt bei regelmäßiger Einnahme,

 

  • schmerzlindernd
  • entzündungshemmend
  • durchblutungsfördernd
  • gefäßentspannend
  • muskelregenerierend
  • schwellungslindernd
  • wachstumshemmend bei Bakterien

 

Darüber hinaus bekämpft es “freie Radikale” und hilft bei:

 

  • Rötungen
  • Arthrose
  • Rheuma
  • Migräne
  • Sportverletzungen
  • Hitzeempfindungen

MSM für das Immunsystem

 

Studien belegen, dass das Methylsulfonylmethan auch bei Heuschnupfen und anderen Allergien Linderung bringen kann: Die laufende Nase, brennende Augen oder auch Niesen können durch MSM bekämpft werden. Nach zwei Wochen – so die Studien – fühlten sich die meisten Probanden frischer und vitaler. Das Immunglobulin M wurde oben schon erwähnt. Hierbei handelt es sich um Antikörper, die in speziellen weißen Blutkörperchen gebildet und bei Kontakt mit Krankheitserregern ins Blut abgegeben werden.

 

Dort bewirken sie die weiteren Abwehrreaktionen des Körpers: Sobald sich das Immunglobulin M mit Krankheitserregern verbindet, werden sogenannte Fresszellen (Makrophagen) angelockt, die die Krankheitserreger zerstören. Ohne ausreichend Schwefel ist dieser Linderungsprozess natürlich nur verlangsamt möglich.

 

MSM im Kampf gegen Krebs

 

MSM wirkt gefäßentspannend und durchblutungsfördernd. Mit anderen Worten: Es führt im Körper zu sauerstoffreichem Blut und Gewebe. In sauerstoffreicher Umgebung gedeihen die Krebs-Zellen aber nicht so gut. Speziell die Brustkrebszellen reagieren – so die University Glocal Campus in Seoul – stark rückgängig nach der Gabe von MSM.

 

Studien belegen Wirksamkeit gegen Krebszellen

 

Zudem stellten amerikanische Forscher fest, dass MSM die Metastasen für die Chemotherapie anfälliger machen kann, so dass die herkömmliche Therapie deutlich besser wirkt. Und Metastasenbildung ist im überwiegenden Teil der Fälle ja auch der Grund für den tödlichen Ausgang der Krebserkrankung. In anderen Studien wurde beobachtet, dass MSM den Histamin-Spiegel deutlich senken kann. Histamin wird vom Körper vor allem dann gebildet, wenn „Gefahrenabwehr“ angesagt ist. Sinkt der Histamin-Spiegel, spricht das für einen „stressfreien“ Körper. Und oxidativer Stress kann zum Beispiel zum Abbau des körpereigenen Knorpels führen. Schließlich senkt MSM den Homocystein-Spiegel. Der wird mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und Osteoporose in Verbindung gebracht.

 

MSM gibt es in vielen Formen

 

Ursprünglich ist das Methylsulfonylmethan in vielen unserer Lebensmittel enthalten. Eigentlich kann es also nicht zu einem Schwefelmangel kommen. Eigentlich … Denn Untersuchungen von an Arthrose erkrankten Gelenken haben ergeben, dass der Schwefelanteil dort um zwei Drittel niedriger war als normal. Schwefelmangel ist also eine reale Gefahr. Der Grund dafür ist zumeist die Zubereitung der Lebensmittel: Jede Form der Zubereitung zerstört Teile des enthaltenen MSM. Rohmilch enthält noch zwei bis fünf Milligramm; in handelsüblicher (pasteurisierter) Milch bleiben nur 0,2 bis 0,5 Milligramm davon übrig. 90 Prozent des MSM werden zerstört.

 

Ausreichend frische Rohkost, andernfalls empfiehlt sich MSM als Nahrungsergänzungsmittel. Frisch und roh – dann besteht die Chance, ausreichend MSM über die Nahrung aufzunehmen. Da das aber ganz klar blanke Theorie ist, bietet sich die ergänzende Einnahme von MSM an. Das gibt es in vielen Darreichungsformen. Als Pulver lässt es sich individuell dosieren, schmeckt aber leicht bitter, so dass viele dazu übergehen, es nicht in Wasser sondern in Fruchtsäften aufzulösen. Einfacher geht es per Kapsel. MSM gibt es für die äußerliche Anwendung auch als Öl oder Gel.

 

Wie viel MSM?

 

Während in den USA sich MSM in fast jedem Haushalt in der Hausapotheke findet, erkennt man in Europa gerade erst die segensreiche Wirkung: MSM hat keine Nebenwirkungen, wird als weniger giftig als Kochsalz bewertet.
Die Tagesdosis sollte bei zwei bis fünf Gramm am Tag liegen. Wichtig ist die Einnahme über einen längeren Zeitraum. Dabei sollte man die Tagesdosis langsam steigern.

 

Einzige Einschränkung: Wer unter einer Leberfunktionsstörung leidet, sollte die Einnahme von MSM mit dem Hausarzt absprechen.
Überflüssiges MSM wird über den Harn ausgeschieden. Auch von dieser Seite kann es also als ungefährlich eingestuft werden. Und auch für die Schwangerschaft wurde MSM als unbedenklich eingestuft. Verbindet man die Einnahme von MSM mit der von Vitamin C, dann erhöht sich den Studien nach seine Wirksamkeit.

 

In den ersten Tagen können Blähungen und Durchfall deutlich machen, dass der Körper eine Art „Entgiftungsprozess“ eingeleitet hat. Wichtig: MSM kann zusammen mit anderen Schmerzmitteln genommen werden, dürfte aber – wie oben beschrieben – dazu führen, dass weniger oder keine Schmerzmittel zugesteuert werden müssen.

Studien zu MSM

1. Frank Liebke: MSM – eine Supersubstanz der Natur. VAK Verlag, ISBN 978-3-86731-118-2

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2. R. Usha, M. U. Naidu: Randomised, Double-Blind, Parallel, Placebo-Controlled Study of Oral Glucosamine, Methylsulfonylmethane and their Combination in Osteoarthritis.In: Clinical drug investigation. Band 24, Nummer 6, 2004

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3. Mittel gegen Gelenkbeschwerden. Gelenkig geht anders. In: Öko-Test, Mai 2009

4. Michaela Döll; Arthrose – endlich schmerzfrei durch Biostoffe, 3. Aufl. (2007)

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