Honig

Honig

 

Mehr als Frühstück. Für viele gehört er zum Frühstück aufs knackige Brötchen: Der Honig ist ein Geschenk der Bienen, der Natur, das mit seinen rund 180 Inhaltsstoffen in vielfältiger Weise auf unseren Körper wirkt. Die erste europäische Studie über Honig beschäftigte sich mit den Auswirkungen von Bienenhonig-Konsum auf die Gesundheit im Allgemeinen und auf das Immunsystem. Sie zeigt, dass die Darmflora und die Abwehrkräfte im Körper gewinnen.

 

Der zumeist leuchtend gelbe, süße Brotaufstrich ist also nicht nur etwas für Schleckermäuler, sondern auch für alle, die sich gesund ernähren wollen. Dabei ist natürlich zu beachten, dass Honig zu 75 Prozent aus Zucker (Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker)) besteht. Das heißt: 100 Gramm Honig schlagen mit rund 320 kcal zu Buche. Wie so oft im Leben kommt es also auch hier auf die richtige Dosis an…

 

… echt Steinzeit!

 

Honig zählt zu den ältesten Nahrungsmitteln. Wir wissen heute auch, dass sich in der Steinzeit schon die Ur-Germanen mit Honig das Leben versüßt haben. Übrigens stammt auch der Name Honig von einem indogermanischen Begriff ab und bedeutet so viel wie „goldfarben“.

 

Das Süßen funktioniert, immerhin hat Honig eine deutlich stärkere Süßkraft als Zucker. Gleichzeitig nutzte man den Honig zur Wundbehandlung. Heutzutage spricht man von einer „entzündungshemmenden, antibiotischen und antiallergischen Wirkung“ des Honigs.

 

Eine bunte Mischung

 

Honig ist ein echtes Naturprodukt. Man findet Ameisensäure, die zur natürlichen Konservierung dient. Man findet Kaffeesäure, Enzyme wie Glucoseoxidase, Aminosäuren und Vitamine (C, Riboflavin und Niacin).

 

In 100 Gramm Honig gibt es 0,2 Gramm Mineralstoffe vom Kalzium bis zum Natrium, vom Kalium bis zum Chlor. Daneben werden aber Spurenelemente wie Eisen, Zink und Kupfer nachgewiesen. Besonders wichtig aber sind die 120 Aromastoffe, die je nach Zusammensetzung jedem Honig seinen typischen Geschmack geben.

 

„Amerikanische Ernährungswissenschaftler an der Universität von Illinois haben herausgefunden: Das Zusammenspiel aller Wirkstoffe im Honig macht ihn zu einem Superschutz vor frühzeitigem Altern und vor aggressiven Umweltschadstoffen. Eine besondere Rolle spielen dabei die pflanzlichen Hormonstoffe und die vielen Bioaktiv-Stoffe. Das Ergebnis der Studie: Wer mit Honig süßt und Honig in Maßen nutzt, bleibt länger jung und gesund“, betont Hademar Bankhofer, österreichischer Journalist mit Schwerpunkt auf Gesundheitsthemen.

 

Honig auflegen

 

In der Volksheilkunde wusste man schon lange um die entzündungshemmende, antibiotische und antiallergische Wirkung des Honigs. Viele Bakterien – man spricht von rund 60 Arten – können mit Honig besiegt werden, denn er entzieht den Krankheitserregern das Wasser, lässt sie schrumpfen und schließlich absterben.

Die inneren Werte

 

Der österreichische Imkerbund, der ebenfalls Auftraggeber der eingangs erwähnten, ersten mitteleuropäischen Studie in Sachen Honig war, zitiert aus dem Abschlussbericht von Dr. Johann Puttinger, dass bei täglicher Einnahme von 50 Gramm Honig die Belastung mit freien Radikalen deutlich abgesenkt wird, dass der Immunstatus gekräftigt wird (verminderte Infektanfälligkeit!), dass körperliche Belastbarkeit, Schlafqualität und psychisches Wohlbefinden zunehmen, dass Muskelkrämpfe abnehmen und dass eine äußerst regulative Wirkung auf Verdauungsstörungen wie chronische Verstopfung zu verzeichnen sei.

 

Die positive Wirkung bei Verdauungsstörungen ist übrigens seit Urzeiten in der Haus-Medizin bekannt. Speziell bei Kindern verabreicht man einen oder zwei Löffel und die „Erleichterung“ sollte bald einsetzen. Und auch bei anziehenden Erkältungen ist der Löffel Honig im warmen Tee ein übliches Hausmittel. Heute wissen wir: Die Anzahl der T-Lymphozyten steigt durch die tägliche Einnahme von Honig an. Dies sind Immunzellen, die dem Menschen helfen, gesund zu bleiben.

 

Ein weiterer wichtiger Inhaltsstoff ist Wasserstoffperoxid, das Mikroorganismen ebenfalls den Kampf ansagt. Es entsteht durch ein spezielles Enzym im Honig und verstärkt seine antibiotische Wirkung. Honig desinfiziert also Wunden, bekämpft Entzündungen und lässt die Wunden schneller heilen. In der Medizin kennt man Wundauflagen aus Honig und speziell Patienten, die sich wundgelegen haben, bekommen Honigverbände. Wichtig: Honig wirkt besser, wenn er vorher erwärmt worden ist.

 

Klar, dass unter diesen Voraussetzungen Honig als echtes Naturprodukt auch in der Kosmetik eingesetzt werden kann. Mit einer gleichmäßigen Mischung aus Milch und Honig, ergänzt durch einen Spritzer Zitrone, kann man Pickel bekämpfen. Und eine Mischung aus Honig, Kaffeepulver und Olivenöl kann man als Peeling einsetzen.

 

For ever young…

 

Hier soll noch einmal Hademar Bankhofer zitiert werden: „Was den Honig betrifft, so hat eine Anti-Aging-Studie in den USA ergeben: Man sollte, um den Jugend-Effekt des Honigs zu nutzen, zwei- oder dreimal im Jahr fünf Wochen lang jeden Tag ein Glas Wasser mit zwei bis drei Teelöffel Honig trinken. Labor-Analysen haben ergeben: Im Blut befinden sich dann mehr Antioxidantien, Stoffe, die unsere Zellen gegen freie Radikale schützen. Die sind verantwortlich für das frühzeitige Altern und Krankwerden. Diese Honig-Kur stärkt Herz und Kreislauf und hilft einer vorzeitigen Arteriosklerose vorzubeugen.“

 

Für Allergiker: Die im Honig enthaltenen Blütenpollen (etwa 0,5 Prozent) können bei manchen Menschen allergische Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, die nach dem Verzicht auf Honig allerdings sofort abklingen.