Acerola

The winner is…

 

…nicht nur was den Vitamin-C-Gehalt angeht, die Acerola-Kirsche. 1.300 bis 1.700 Milligramm auf 100 Gramm Frucht sind im Angebot. Die hoch gelobte Zitrone kommt je 100 Gramm nur auf 53 Milligramm Vitamin C. Die Orange schafft nur 50 Milligramm. Beide werden also sogar von der Erdbeere geschlagen (bis zu 80 Milligramm Vitamin C).

 

Ein echtes Gesundheitswunder aber ist eben die Acerola-Kirsche, die aus Texas, Mexiko oder Panama kommt. Der Name geht auf die spanischen Eroberer zurück: „azarole“ bedeutet so viel wie „hübsch“ oder „nützlich“. Sie erinnert in der Tat an Kirschen – sowohl in Bezug auf die Größe als auch in Bezug auf den Kern. Sie duftet nach Apfel und schmeckt intensiv säuerlich.

 

Allerdings ist die Acerola-Kirsche in Wirklichkeit keine Kirsche, sondern – wie die Lianen – ein „Malpighien-Gewächs“. Das sind Sträucher oder niedrige Bäume zwischen einem und drei Meter Höhe. Sie stellt keine großen Ansprüche an den Standort und kann bis zu viermal im Jahr abgeerntet werden.

 

Wunderwaffe Vitamin C

 

Kurz gesagt: Vitamin C hilft dem Blutkreislauf und beugt der Arteriosklerose mit allen Folgeerscheinungen vor. Es hält das Blut flüssig und verhindert Anlagerungen an den Innenwänden der Arterien, Cholesterinwert wird gesenkt. Da auch das Eisenangebot im Körper verbessert wird, wirkt sich Vitamin C auch auf den Sauerstoffgehalt im Blut aus. Vitamin C hilft beim Kollagenaufbau. Gesunde Haut, schöne Nägel und Haare, aber auch straffe Bänder und Sehnen sind ebenso sie Folge wie gesunde Zähne und Knochen. Auch die Wundheilung geht schneller voran.

 

Vitamin C aktiviert Enzyme in der Leber, die helfen, Giftstoffe im Körper unschädlich zu machen. Neben den Nitrosaminen (sie können beim Grillen oder Frittieren entstehen) gehört zu diesen Giftstoffen zum Beispiel auch das Nikotin. Raucher sollten also ihrem Körper besonders viel Vitamin C anbieten. Vitamin C regt die Fettverbrennung in den Muskeln an und ermöglicht die Ausschüttung unter anderem von Sexual- und Wachstumshormonen. Ganz besonders wichtig Vitamin C bekämpft die freien Radikalen und schützt damit vor Krebs.

Vielfach gesund

 

Die Acerola-Kirsche ist gefragter Vitamin-C-Lieferant. Sie kann aber noch mehr: Kalium, Magnesium, Phosphat, Beta-Carotin und Folsäure gehören ebenfalls zu ihrem Angebot.

 

Allerdings hat die Frucht nur eine sehr dünne Haut, ist nach der Ernte sehr anfällig und eignet sich nicht für den Transport über weite Strecken. In Europa findet man sie als Fruchtsaft, Pulver und in getrockneter Form. In allen drei Varianten bringen sie reichlich Vitamin C mit.

 

Küchen-Tipps

 

Getrocknete Acerola-Kirschen kann man zum Beispiel leicht ins Müsli mischen. Oder bei einem Apple-Crumble wird eine Handvoll von ihnen untergemischt. Das gibt dem warmen Gericht zudem einen zusätzlichen, säuerlichen Pfiff.

 

Der Saft (in 100 Milliliter Acerola-Saft finden sich über 1.000 Milligramm Vitamin C!!!) lässt sich anderen Fruchtsäften (von Apfel bis Weintraube, von Kirsche bis Banane) beimischen. Nimmt man Holunderbeersaft (fünf Teile) und Acerola-Saft (einen Teil), gibt dann zwei Gewürznelken hinzu, erhitzt das Gemisch kurz und trinkt es noch warm, so hat man eine wunderbare Kur vor oder während einer Erkältung.

 

Das Pulver lässt sich in Fruchtdrinks (Tiefkühlbeeren, Banane, Yoghurt, etwas Honig – durchmixen) einrühren und bringt dann sicher die notwenige Tagesdosis. Wer eine Eismaschine hat, kann aus Früchtetee, Sahne, Eigelb und unter Verwendung des Acerola-Pulvers eine lecker-säuerliche Schleckerei machen.

 

Ein Hit ist auch ein Aufstrich aus Avocado und Acerola-Saft (das Fruchtfleisch mit Frühlingszwiebeln, Basilikum, Chili-Pulver, Limetten- und Acerola-Saft pürieren), der auf geröstetem Graubrot besonders gut schmeckt.